#3 Die Kündigung beim Arbeitgeber

Einleitung

Um das erst einmal klarzustellen: Hier gibts keine Details zu meinen Arbeitsverhältnissen.

Ich möchte dir eher einen Einblick in meine Gefühlswelt als bisheriger Karrieremensch als Angestellter geben.

Vielleicht kannst du dich auf die ein oder andere Art und Weise mit meinen Erfahrungen identifizieren und etwas für dich mitnehmen. Oder wunderst du dich, warum jemand eine derartige Entscheidung trifft, die alles Vorherige über den Haufen wirft? Auch dann kann meine Story spannend für dich sein! 😉

Rückblick
Bild: Envato Elements

Rückblickend habe ich als Teil des Systems zunächst einmal gemacht, was wohl so üblich ist: Grundschule, Realschule, gegen das Abi entschieden und dann eine Ausbildung zum Elektroniker Fachrichtung Anlagentechnik gemacht. Damit nicht zufrieden gewesen, parallel dazu mein Fachabi gemacht und dann technische Informatik studiert.

Danach habe ich einen Job in einer IT-Abteilung eines Konzerns angetreten. Diesen Job habe ich 16 Jahre lang mit teils wechselnden Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten im Bereich der Softwareentwicklung ausgeübt und dabei zeitweise auch externe Entwickler geführt. Berufsbegleitend habe ich einen MBA in Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Produktionssystematik abgeschlossen und durfte dann u. a. IT-Projekte im Bereich der Softwareentwicklung in einem DevOps-Team managen.

Sprich: Ich bin bisher immer Teil des Bildungssystems und in Unternehmen angestellt gewesen. Da ich gerne an etwas arbeite, für das ich brenne, identifiziere ich mich sehr mit der Arbeit. Sie ist ein großer Teil meines Lebens und wenn sie mir Spaß bereitet, dann vergeht die Zeit wie im Fluge.

Da ich mich jedoch in den letzten Jahren als Angestellter nicht mehr wohlgefühlt habe, wollte ich etwas verändern. Das ist jedoch nicht der einzige Grund für meine Entscheidung.

Die Entscheidung aus beruflicher Sicht

Wie bin ich nun zu meiner Entscheidung gekommen zu kündigen und was waren schlussendlich die Gründe neben meiner Reisesucht?

Man könnte es folgendermaßen zusammenfassen: Ich habe über den Tellerrand geschaut und dadurch verstanden, dass ich unzufrieden in einer Blase lebe und es mir bis dahin unbekannte Alternativen gibt. Und auch wichtig: Andere haben genau das geschafft! Durch viel Arbeit und Energie, aber es ist möglich.

Wie habe ich über den Tellerrand geschaut? Tja, das war gar nicht geplant!

Es ging eher so los, dass ich viele YouTube-Videos über die Themen private Finanzen, Selbstständigkeit, Unternehmertum, Reisen und digitale Nomaden hin zum Thema Auswandern gesehen habe. Ah, dann ist der Punkt ja klar: „Tolle Videos gesehen, wo einem das Paradies gezeigt wird, und er ist hin und weg!“ Das weise ich jedoch entschieden von mir! Nein. So einfach ist es nicht. 🙂

Ich habe an einigen Veranstaltungen wie dem Solopreneuday, die Contra, der Vertriebsoffensive von Dirk Kreuter, dem Kapital-Gipfel in München, der Invest in Stuttgart und dem DNX Online Festival teilgenommen. Einerseits habe ich dort einiges an neuem Wissen gesammelt, und mich andererseits mit Teilnehmern wie dir und mir unterhalten. Ich habe mir viele verschiedene Lebensläufe angehört. Ich habe einen Bogen um die gemacht, die mir nur etwas verkaufen wollten oder behaupteten, dass du mit ihrer Methode bereits nach dem ersten Monat reich bist!

Auch bei meinem berufsbegleitenden MBA-Studium konnte ich mich mit Leuten aus anderen Unternehmen austauschen. Dort waren einige Leute nicht wirklich mit ihrer aktuellen Situation zufrieden und wollten etwas verändern. Ein paar wollten nach dem Studium ein Unternehmen gründen. Das konnte ich mir bis zu dieser Zeit noch gar nicht vorstellen, aber habe mir immer die ganze Story angehört und viele Eindrücke mitgenommen.

Altersvorsorge und Absicherung | Bild: Envato Elements

Aber die Sicherheit!

Einleitung

Das Erste, was ich höre, wenn ich Leuten von meiner Entscheidung erzähle, ist:

  • Du bist aber mutig!
  • „Ich benötige die Sicherheit eines Angestelltenverhältnisses!“
  • 9 von 10, die das versuchen wollen, schaffen es nicht!

Oben habe ich bereits beschrieben, dass ich als Angestellter in den letzten Jahren alles andere als zufrieden gewesen bin. Also stand ich vor der Frage, ob ich etwas verändern möchte oder mich damit abfinde, auf ewig unzufrieden zu sein. Das erzeugt schon mal eine immense Motivation. Denn einen komplett anderen Weg einschlagen zu wollen, mag man als mutig bezeichnen. Da habe ich kein Problem mit, aber ich möchte hier noch mehr darauf eingehen.

Die Sicherheit

Erst einmal zum oftmals in diesem Zuge gebrachten Argument der Sicherheit:

Absicherung | Bild: Envato Elements

In dem Unternehmensbereich, in dem ich tätig war, wurde das Produktionsnetzwerk in Europa optimiert und teilweise ausgedünnt. Also wurden Standorte geschlossen. Stand auch so in offiziellen Pressemitteilungen. Daher erzähle ich hier keinerlei Geheimnisse. Dort waren Leute mitunter in unbefristeten Arbeitsverhältnissen angestellt. Sie haben ihre Jobs verloren. Frag die mal, ob ihr Job sicher war.

In anderen Pressemitteilungen ging es darum, dass andererseits Stellen (auch in anderen Bereichen) vor allem auch in Europa abgebaut werden und in China neue Standorte hochgezogen werden. Mit Industrie 4.0 und damit modernster Digitalisierung könnte man – so meine Meinung – auch in Europa kostengünstiger produzieren, da mehr man dadurch einen höheren Automatisierungsgrad erreichen kann. Das geschieht teilweise, wird jedoch auch die Jobs, die dann zur Verfugung stehen, verändern und manche gar überflüssig machen.

Merkst du etwas? Was wird in Europa über die nächsten Jahre geschehen? Ist das alles so sicher? Und es handelt sich hier um einen Weltkonzern, der in seiner Produktpalette sehr breit aufgestellt ist. Bei anderen Unternehmen kann man ähnliche Entwicklungen beobachten.

Viele schaffen es nicht

Einleitung

„Die meisten, die versuchen sich selbstständig zu machen, schaffen es nicht!

Wieso wird dann nicht in der Schule und in den weiterführenden Schulen darauf eingegangen, wie es klappt? Solch ein Lehrstoff ist eher selten. Die Schulen bereiten die Leute eher auf eine Angestelltenlaufbahn vor. Nicht jeder möchte erst BWL studieren, um sich dann sein Business aufbauen, das auf die Spezialisierung auf einen bestimmten Bereich fußt.

In vielen Gesprächen mit Nicht-Selbstständigen ist mir auch aufgefallen, dass es so scheint, als hätte man nur einen Versuch. Warum? Wenn man mehrere Geschäftsideen hat und eine – vielleicht die Erste – nicht funktioniert, dann kann man es mit einer anderen Idee weiter versuchen. Es sei denn, man hat kein Kapital mehr. Das ist klar. Selbstständige haben mir aus einem anderen Blickwinkel ihre gegenteiligen Ansichten geschildert.

Meine Reaktionen darauf

Ich habe mich ein paar Jahre lang darauf vorbereitet. Mit Kursen, Büchern, Gespräche mit Selbstständigen und mich etwas eingearbeitet.

Gerne hätte ich das erst einmal nebenberuflich aufgebaut, aber dies wurde mir nicht gestattet. Hier keine weiteren Details dazu.

Also habe ich mir erst einmal etwas hobbymäßig, d. h. ohne Monetarisierung aufgebaut. Z. B. über Monate an einem Buch getippt und es dann (noch) nicht verkaufen dürfen. Und das neben einem Job, wo du als IT-Projektleiter mehrere Projekte vorantreiben musst, an einem Tag einige Besprechungen hast, wo jeweils der aktuelle Stand (neue Probleme!) und das weitere Vorgehen (wann endlich fertig?) besprochen wird. Sprich: du irgendwann doch ausgelaugt bist. In manchen MMOs wie z. B. World of Warcraft haben die auch immer gesagt: „Go. Go. Go.“ Das passt hier auch im übertragenen Sinne.

Vorbereitung für den Start | Bild: Envato Elements

Versuch das mal selbst. Es ist nicht so einfach! Vor allem nicht als Grundzustand.

Als Selbstständiger kann ich mich für 10–14 Stunden täglich (früher für Job plus Hobbys) auf mein Business konzentrieren. Ohne harte Arbeit wird man wohl eher zu den 9 von 10 gehören, bei denen es nicht klappt. Wenn jemand denkt, dass man ohne zu dienen, etwas verdienen kann, liegt hier vollkommen falsch. Kleines Wortspiel! 😉 Man muss für eine Zielgruppe Werte schaffen. Ihnen bei etwas helfen, was sie gerade benötigen.

Gut vorbereitet sein

Ich denke, das trifft es genau. Man muss gut vorbereitet sein und mit Problemen rechnen.

Mit entsprechendem Arbeitseinsatz und hoher Motivation ist dann vieles möglich. Damit antizipiert man Aspekte wie die angeblich fehlende Sicherheit als Angestellter. Dass man etwas Geld beiseitegelegt haben muss, versteht sich von selbst. Darauf gehe ich an anderen Stellen im Blog ein.

Wenn man sich dann absolut sicher ist, dass man es durchziehen will, muss man erst einmal DEN großen Schritt wagen. 😉 Die Kündigung.

Es war nicht leicht, aber ich habe es dann durchgezogen! 😀

So ist es geschehen

Private Dinge aus Büro ausgeräumt | Bild: Envato Elements

Wie oben bereits erwähnt, keine Details. Nur kurz und knapp der Ablauf.

Erst einmal habe ich meinen Chef darüber informiert, um dann auch das Vorgehen mit ihm zu besprechen. Denn ich hatte eine Kündigungsfrist von 6 Monaten. Das ist eine lange Zeit. In einem Konzern ist fast jede Aktion politisch und strategisch abzuwägen. Es hat sich dann alles recht lang hingezogen, bis ausnahmslos alle darüber informiert werden durften. Das war nicht leicht für mich, aber diese Zeit habe ich auch überstanden.

Aufgrund meiner Unzufriedenheit und Streben nach einer Veränderung war es jedoch gar nicht mal so schwierig, die reine Kündigung anzugehen. Ich habe mich ja prinzipiell schon länger seelisch und gedanklich auf einen solchen Schritt vorbereitet.

Apropos vorbereiten: Im nächsten Post „#4 Die Vorbereitungen“ der Reihe „Auswandern gehe ich auf meine Vorbereitungen für die Abmeldung aus Deutschland und eine erst einmal unbegrenzte Weltreise ein.

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Marcel aka Ravolos

Hey! 😀 Ich habe diesen Blog 2021 ins Leben gerufen. Passend zum Blog möchte ich mich als unglaublich reise-süchtig und weltoffen beschreiben. Ich bin seit Oktober 2021 als digitaler Nomade auf Weltreise und erstelle digitalen Content zu Reisen, mobiles Arbeiten und Chrome OS.

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