Fußprobleme stoppen

Einleitung

Niemand wird mir widersprechen, wenn ich behaupte, dass man auf Reisen regelmäßig zu Fuß unterwegs ist. Hat man damit Probleme oder gar Schmerzen, dann ist man doch sehr eingeschränkt. Dann kann man den Aufenthalt dort nicht wirklich genießen.

Gesunde Füße auf Reisen | Bild: Envato Elements
Gesunde Füße auf Reisen | Bild: Envato Elements

Ich denke, dass in meinem Fall ein paar Bekannte über dieses Thema sagen würden: „Ja! So wie du beim Shuffeln zu Hands up rumspringst“, ist das auch kein Wunder, dass du Probleme mit den Füßen hast. Mag sein. Hauptsache Fun! :p (mein Post zum Thema Hands up: Link)

Egal, was du in deinem Leben gemacht hast. Ob du deine Füße stark oder weniger stark beansprucht hast, aber dennoch wie ich Probleme hast.

Hier erzähle ich dir erst einmal meine Geschichte. Dann etwas darüber, was mir schlussendlich geholfen hat und zu guter Letzt, was ich dir darüber hinaus aufgrund meiner Erfahrungen empfehlen kann. Vor allem für deine Reisen! 😉 Allerdings kann ich keinen Orthopäden ersetzen! Ich bin kein Arzt.

Meine Geschichte

Ich habe von Natur aus Knochenfehlstellungen in den Füßen. Dazu kommt bei mir ein Mittelhohlfuß, die Füße sind der Länge nach ein wenig in sich verdreht (also eine Längs-Torsion) und ich knicke bei jedem Schritt nach innen ein (Überpronierer).

Sprich: Ich neige leicht zum Umknicken. Ich höre noch die Worte eines Orthopäden: „Wenn Sie keine orthopädischen Einlagen tragen, dann werden sie auf absehbare Zeit Arthrose an den Sprunggelenken bekommen und daraufhin müssten diese höchstwahrscheinlich ein paar Jahre später operativ versteift werden.“ Dies ist kein wortwörtliches Zitat! Das klingt nicht so schön, nicht wahr!

Zusätzlich hatte ich jahrelang immer stärker werdende Schmerzen in den Achillessehnen. Egal, ob beim Sitzen, Liegen, Stehen und Gehen; ich habe es zum Schluss vor Schmerzen nicht mehr ausgehalten. Geschweige denn konnte ich beim Leichtathletik und in der Disco beim Abzappeln Gas geben.

Das hat mich sehr stark im Leben eingeschränkt. Ebenso war an beschwerdefreies Reisen gar nicht zu denken!

Was hat mir geholfen?

Ich habe erst einmal vieles probiert: Fußgymnastik, Stärkungsübungen für die Füße, andere Schuhe, andere Einlagen, viel Schwimmen; all das hat mir bei den Achillessehnen nicht wirklich geholfen. Die Schmerzen wurden sogar schlimmer. Dann habe ich eine ganze Weile nicht mehr auf das Sprichwort „Wer rastet, der rostet!“ gehört und viel gerastet. Ich habe mich überall geschont. Es wurde jedoch leider dadurch auch nicht besser.

Währenddessen habe ich mit mehreren Ärzten gesprochen, was mich erst einmal nicht nach vorne gebracht hat. Also im Internet recherchiert. Ich habe eine Abteilung in einem Hospital im Umkreis von weniger als 100 km gefunden, die europaweit einen ausgezeichneten Ruf in der Fuß-Orthopädie genießt.

Dann wieder die tolle deutsche Bürokratie (als gesetzlich Krankenversicherter): zuerst zum Hausarzt und dann mit einem Rezept zu einem normalen Orthopäden. Der hat mir dann ein Rezept für den Fußspezialisten im Hospital ausgestellt. Der Orthopäde war hier im Prinzip nur ein Durchlauferhitzer.

Mein Fuß im Gips
Mein Fuß im Gips

Die Fußoperationen

Ich bin dann im Hospital angekommen. Die haben meine Füße geröntgt und als sie die Röntgenbilder gesehen haben, instantan gesagt: „Hier, sehen Sie? Zwischen dieser Kante des Fersenknochens und der Achillessehne ist zu wenig Raum. Daher ist die Sehne immer gereizt und kann sich entzünden. Das haben viele Menschen, aber oft macht das keine Probleme. Wir können diese Kante operativ etwas begradigen und dann hat die Sehne wieder mehr Spiel. Klarer Fall!

O. K., man vertraut den Spezialisten und ist einerseits zufrieden, dass etwas so Eindeutiges gefunden worden konnte, und anderseits bedeutet das aber, dass beide Füße operiert werden müssen. Und man braucht beide! 😀

Ein Fuß, viele OPs
Ein Fuß, viele OPs

Wir haben uns dann geeinigt, dass im Abstand von einem Jahr jeweils ein Fuß operiert wird. Laut ihrer Schätzung würde ich 6 Wochen danach wieder normal gehen können. Daraus wurde aber nichts. Beim linken Fuß (1. OP) hat das ca. 1–2 Jahre gedauert, bis ich beschwerdefrei war. Beim rechten Fuß (2. OP) ging jedoch etwas schief. Ich hatte 1–2 Monate nach der OP, immense Schmerzen. Kaum auszuhalten.

Und wie immer dank unserer deutschen Bürokratie, zuerst zum Hausarzt: Rezept holen, dann zum Orthopäden: Rezept holen, dann wieder ins Hospital.

Nun war ich froh, dass ich alle Voruntersuchungen im gleichen Haus gemacht habe und die dann nur ihre KollegInnen anrufen mussten, um fehlende Unterlagen zu bekommen. Sie haben mich dann jedoch in die Röhre gesteckt und detaillierte Aufnahmen im MRT gemacht.

Dort sah man, dass sich bereits eine leichte Arthrose in den Sprunggelenken gebildet hat, aber, auch dass der Knochen an der OP-Stelle nicht eben genug war, der Schleimbeutel und die Sehne stark entzündet waren. Dann wurde mir gesagt, dass da eine Revision gemacht werden muss. Sprich: wieder aufmachen und mit meinen Worten: Knochen eben feilen und den Schleimbeutel entfernen. 😮 Oder auch noch mal pfuschen! 😉

Das ist dann auch in einer dritten Operation geschehen und jetzt, wo ich diese Zeilen 14 Jahre später schreibe, merke ich diese Stelle immer noch leicht.

Mein Happy End. Wieder auf Reisen. Hier in Brisbane 2015.
Mein Happy End. Wieder auf Reisen. Hier in Brisbane 2015.

Aber kommen wir endlich zum Happy End! 🙂

Das Happy End

Seit ca. 2–3 Jahren nach den Operationen kann ich wieder fast uneingeschränkt am Leben teilnehmen.

Da ich jedoch noch immer gefährdet bin, umzuknicken und Probleme nach meiner Lieblingslaufdistanz von 10 km bekomme, lasse ich es der Vorsicht wegen sein. Da spielt die von den Experten gefundene leichte Arthrose auch eine Rolle.

Heutzutage wandere ich oder walke ich ca. 30–40 km die Woche, wenn es zeitlich passt. Auch abzappeln kann ich wieder zu Hause oder in der Disco.

Leichtathletik betreibe ich gar nicht mehr, da vor ein paar Jahren aus dem Verein ausgetreten. Daher kann ich meine Eignung dafür nicht wirklich einschätzen. Für weitere zwei Sportabzeichen ohne große Schmerzen hat es aber noch gereicht. 🙂 Das ist bereits ein großer Fortschritt!

Und das Wichtigste ist: Ich kann wieder reisen! Jay! 😀

Füße | Bild: Envato Elements
Füße | Bild: Envato Elements

Wie sieht’s bei Dir aus?

Hast du keinerlei Fußprobleme und meine Geschichte aus reinem Interesse gelesen?

Dann bin ich ein klein wenig neidisch. Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass es bei dir so bleibt! 🙂

Erkennst du dich jedoch hier ein wenig wieder, wenn du diese Zeilen liest?

Dann würde mich echt interessieren, wie es bei dir so aussieht! Wo sind deine Probleme? Was hat dir geholfen?

Lass doch gerne einen Kommentar da! 😉 Vielleicht kann die Community von dir lernen!

Meine Empfehlungen

Tja, ist etwas schwierig, zuerst mit meinen OPs zu kommen und dir dann etwas anderes zu erzählen.

Es gibt aber ein Leben nach den OPs, wo man viele Dinge beachten hat und steuern kann, damit sich alles weiter verbessert!

Dazu gehört regelmäßiges Fußtraining, ein gutes Schuhwerk und ggf. orthopädische Einlagen.

Fußtraining

Da ich kein Orthopäde oder Physiotherapeut bin, möchte ich dir hier keine super speziellen Übungen empfehlen.

Es gibt aber sehr einfache Übungen. Leichte Bewegungen, die jedoch sehr anstrengend sein können, wenn man Probleme mit den Füßen hat.

Setz dich hin und drehe die Füße in einem möglichst großen Radius im Kreis. Rechts- und linksherum. 50 Mal jede Seite! Na, wie fühlt sich das an? 😉

Dann strecke deine Füße so weit wie möglich vom Körper weg und ziehe sie wieder so weit wie möglich heran. Das ist sehr anstrengend, wenn man es richtig macht und oft wiederholt. Mach das alles 50 Mal pro Seite!

Ich habe zu Beginn keine zehn Wiederholungen geschafft. Geschweige denn konnte ich die Füße dabei so zu bewegen, wie von den Spezialisten beschrieben. Über die Zeit habe ich aber gemerkt, dass die Füße immer beweglicher geworden sind, weniger knackten und Beschwerden zurückgehen. 😀

Ich kann dir diese leichten Übungen sehr empfehlen! Du kannst sie überall machen. Auch beim Warten auf den Flieger oder im Hotelzimmer! 😉

Es gibt noch viel mehr tolle Übungen und orthopädische Hilfsmittel, um die Füße zu stärken. Da müssen dich aber die Profis anleiten.

Ich kann nur bestätigen, dass wenn man sich auf ein paar Dinge einlässt und dranbleibt, alles besser wird und man recht unbeschwert aktiv sein kann!

Einlagen

So viel gibt’s eigentlich nicht dazu zu sagen.

Hier mal ein Foto meiner Einlagen:

Meine orthopädischen Einlagen

Seltsam geformt, oder? Das sind nun mal meine angeborenen Knochenfehlstellungen.

Aufgrund meiner Vorgeschichte konnte ich mir beim Hausarzt zweimal im Jahr orthopädische Einlagen verschreiben lassen, als ich noch in Deutschland gemeldet war. Mit dem Rezept ging’s dann zu einem Sanitätshaus in meiner Ecke. Dort haben sie einen Fußabdruck gemacht und die Einlagen ganz individuell angefertigt.

So bin ich persönlich etwas mehr vor dem Umknicken geschützt, weil meine Knochenfehlstellungen ausgeglichen werden und meine Achillessehnen werden ein wenig entlastet.

Das war’s! 😉 Einlagen mit in den Koffer und die nächste Reise kann kommen! 🙂

Wandern auf Reisen | Bild: Envato Elements
Wandern auf Reisen | Bild: Envato Elements

Natürlich musst du immer schauen, dass du Schuhe kaufst, die trotz Einlagen bequem sind. Das ist nicht immer so einfach, wie man denkt! 😀

Weitere Tipps

Lass dir Zeit beim Auswählen deiner Schuhe und lass dich nicht von tollen Rabatten blenden.

Das richtige Schuhwerk ist megawichtig. Vor allem auf Reisen!

Tja, ich komme in Flipflops und Barfußschuhen überhaupt nicht klar. Würde ich sie dir dennoch empfehlen? Ich bin kein Arzt. Also halte ich mich hier zurück.

Schau dir jedoch an, wie du so mit deinem aktuellen Schuhwerk klarkommst. Nicht nur, wenn du vom Hotel ins Auto und dann vom Parkplatz kurz zum Strand gehst, um dich direkt hinzulegen, sondern du mal einen ganzen Tag unterwegs bist und richtig Kilometer machst. Natürlich ist der Untergrund ein weiterer Aspekt. Stadt, Strand, Wald und Wiesen oder im Berg. Aber egal was, gibt’s Blasen, Druckstellen oder gar Schmerzen am Fuß, dann passt etwas nicht!

Natürlich kann es auch etwas damit zu tun haben, dass du die lange Belastung nicht gewohnt bist. Ich muss jedoch sagen, dass es Schuhe gibt, die man nicht erst lange einlaufen muss. Die fühlen sich nach den ersten Metern wunderbar an. Auch nach 18 km zu Fuß (oft meine Tagesdistanz auf meinen Sightseeingtouren) fühle ich mich einfach platt, aber sterbe nicht vor Schmerzen. Das sind meine Erfahrungen mit guten Schuhen. So sollte es auch bei dir sein! 🙂

Ich werde dir hier nicht zig verschiedene Schuhmodelle empfehlen. Ich bin kein Schuhtester.

Bist du daran interessiert, welche Schuhe ich trage, dann schau mal in meiner Packliste vorbei. Dort beschreibe ich unter Kleidung meine Schuhe.

Als Minimalist möchte ich dir empfehlen, nicht viele günstigsten Schuhe zu kaufen, sondern wenige qualitativ-hochwertige, aber ggf. teurere Paare.

Die Füße tragen uns jeden Tag. Ich finde, gerade da sollte man nicht sparen!

Alles Gute und viel Spaß!

Mehr dazu wie immer im Blog, auf Instagram oder YouTube.

Updates

13.01.2022: Bilder hinzugefügt und Rechtschreibfehler korrigiert.

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